Einigung zur Trinkwasser-Richtlinie erreicht

Tiemo Wölken © European Union 2019 - Source : EP

Das Europäische Parlament hat erreicht, dass noch mehr Menschen in der Europäischen Union künftig Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Die Verhandlungen mit Rat und Kommission konnten heute Nacht abgeschlossen werden. Das Ergebnis kommentiert Tiemo Wölken, Mitglied der Europa-SPD im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments:

„Es ist ein Erfolg der ersten Europäischen Bürgerinitiative „Right2Water“, dass die Trinkwasser-Richtlinie in Zukunft nicht nur die Qualität des Wassers regelt, sondern den Mitgliedstaaten auch vorschreibt, den Zugang aller Menschen zu Wasser zu verbessern. Dafür haben wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns von Anfang an eingesetzt. Auch wenn wir im Parlament leider für verpflichtende Maßnahmen keine Mehrheit gefunden hatten, enthält das Verhandlungsergebnis dank der Europäischen Kommission nun immerhin die Verpflichtung, dass öffentliche Trinkbrunnen aufgestellt werden müssen.“

Die Trinkwasserrichtlinie macht europäisches Leitungswasser schon seit 20 Jahren zu einem der sichersten und preiswertesten Lebensmittel überhaupt. Damit das so bleibt, haben die Institutionen nun die Liste der zu überprüfenden Stoffe im Trinkwasser aktualisiert und weitere Anpassungen bei der Überwachung vorgenommen.

„Das Parlament hat sich gemeinsam mit der Kommission für eine ehrgeizige Ausgestaltung der Grenzwerte im Sinne des Vorsorgeprinzips eingesetzt. Ein Erfolg ist, dass nun für Mikroplastik eine Messmethodologie eingerichtet wird und künftig eine Überwachung stattfinden muss. Das Parlament hat außerdem darauf hingewirkt, dass Materialien, die in Kontakt mit Trinkwasser kommen, wie Leitungen oder Hausanschlüsse, künftig europäisch standardisiert werden.“

Auch die Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher sollen besser zugänglich und übersichtlicher aufbereitet werden. Die Richtlinie muss noch von Rat und Parlament angenommen werden und dann in nationales Recht übertragen werden.